Gebäudedaten:

7 Flugzeughallen, Hauptgebäude, ca. 9000 Büroräume

Bruttogrundrißfläche 52.250 m²,

davon 19.200 m² offene Abfertigungsfläche

Das gesamte Gebäude (Spitzname "Berliner Kleiderbügel) hat eine Länge von 1230 Metern und ist damit heute das 4 größte Gebäude der Welt.

wpe16.jpg (15492 Byte)

 

Gebäudebeschreibung

Der leitende Architekt war Herr Ernst Sagebiel (1892-1970).
1935 wurde mit dem Neubau des Flughafens im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1936 begonnen. Vollständig fertiggestellt wurde der Gebäudekomplex nie. Das Hauptgebäude, das sich halbkreisförmig um das Flugfeld baut hat eine Länge von über einem Kilometer und war damit bis vor kurzem das größte zusammenhängende Gebäude der Welt. Die Berliner und die Piloten nennen das Gebäude den Berliner Kleiderbügel.
Durch Stilelemente der Moderne, die Sagebiel bei Erich Mendelsohn gelehrt bekam, wirkt das Gebäude nie momoton. Aufgelockert wird das durch Verwaltung und Flugzeughallen besetzte Gebäude, das mit Muschelkalkplatten verkleidet wurde, durch Treppentürme und verglaste Bereiche.
Ursprünglich war für den Dachbereich der Haupthalle eine freitragende Dachkonstruktion geplant. Aus Geld- und Materialmangel nach dem Krieg wurde die heute vorhandene Dachdecke realisiert.

Es zeigt sich, daß Funktionalität bei allen Überlegungen eine große Rolle spielte. So sollten die Türme nicht nur Stilelement sein, sondern ermöglichten großzügig dimensioniert das Erreichen und Verlassen des Dachbereiches, von wo aus man unter freiem Himmel Veranstaltungen auf dem Flugfeld oder Flugveranstaltungen verfolgen sollte.

wpe13.jpg (4848 Byte) Nicht verheimlichen lassen sich in diesem Zusammenhang auch die typischen Stilelemente der nationalsozialistischen Gigantomanie.
Die Angabe der möglichen Besucherzahl für den Dachbereich schwankt zwischen 60.000 bis 100.000.
wpe14.jpg (5548 Byte)

 

Auch heute noch beeindruckt die 380 m breite und 40,5 m auskragende Abfertigungshalle, eine Stahlkonstruktion, die über 20 Flugsteige mit dem Gebäude verbunden ist.
Die Passagiere erreichen so heute wie auch damals ihre Maschine trockenen Fußes.

Baupläne exsistieren meines Wissens heute nicht mehr; sofern sie den Krieg überstanden, wurden sie in der Folge von den Amerikanern in Beschlag genommen, die den Flughafen nach der Luftbrücke und einer weitern Nutzung als Zivilflughafen 1975 als Militärflughafen in der geteilten Stadt Berlin-West in Betrieb nahmen.
So ist heute vieles unbekannt, ja man kann fast schon sagen geheimnissumwittert:

Der Flughafen Tempelhof verbiergt eventuell noch viele Geheimnisse, ... vielleicht aber auch gar keine weiteren!

Bekannt und ungewöhnlich ist, daß Tempelhof über ein eigenes Wasser- Elektrizitäts- und Heizwerk verfügt.

wpe1A.jpg (4635 Byte)

wpe18.jpg (3593 Byte)

 

Einer der unzähligen Bunkerräume im Bereich des berühmt gewordenen Archivkellers:

wpe17.jpg (5312 Byte)
Nach dem Sprengen der Tür zum Archivbunker schwellte mehrere Tage lang das Feuer, so daß der Beton abplatzte oder sogar verbrannte.

wpe1B.jpg (5453 Byte)
Thermostat in
einem Bunkerraum

  

wpe16.jpg (4198 Byte)

wpe19.jpg (4731 Byte)

Bekannt ist auch, daß es einige Bunkerräume, sowie einen Schienenstrang zu den unteren Ebenen des Hauptgebäudes gibt. Dann beginnen aber auch schon die Spekulationen, an denen in den meisten Fällen nichts dran sein wird, denn Hitler als Bauherr war zwar ein "Maulwurf, einer der gerne unter der Erdoberfläche weiterbauen ließ, aber dagegen sprechen im Fall Flughafen Tempelhof vor allem zwei Gründe: Zum einen stand für die Baumaßnahmen nur wenig Zeit zur Verfügung, erstaunlich was überhaupt in dieser kurzen Zeit geschaffen wurde, für den Untertagebau benötigt man aber auch bei allem möglichen Aufwand viel Zeit. Zum anderen wurde der Flughafen nie militärisch geplant, der Schienenstrang z.B. wurde nur behilfsmäßig zur Anlieferung von Flugzeugteilen genutzt, die dann zu Militärmaschinen zusammengesetzt und direkt auf das Flugfeld gerollt wurden.

Zwischen den Flügelspitzen und den Wänden befanden sich teilweise nicht mehr als 2 cm.

Eine weitere Unterkellerung durch wellenförmig versetzt angeordnete Ebenen, eine Teilunterkellerung des Flugfeldes gehören wohl ebenso in die Gerüchteküche wie auch die Existenz eines Tunneles zum Reichstag oder sogar ins entfernte Zehlendorf.

Aber wie gesagt, noch sind nicht alle Geheimnisse gelüftet.

Die Nutzung der großen Hangarhallen ist heute sehr vielfälltig. Neben Flugzeughallen für Passagiermaschinen und Privatflieger sowie für Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes gastierte bis vor kurzem z.B. ein Musical in einer Halle. Die Charitee versucht versucht nach amerikanischem Vorbild eine Hightech Ambulanz mit direktem Fluganschluß aufzubauen und in einer weiteren Halle wird die Restauration von historischem Fluggerät durchgeführt.

wpe19.jpg (6287 Byte)
Blick vom Vorfeld auf das Hauptgebäude